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Evolutionsstufen – Die Entwicklung der TK-Anlage

Grundlegende Unterscheidungskriterien zeigen die Entwicklung der TK-Anlage auf. Die Evolution lässt sich in einer Gliederung in vier Evolutionsstufen veranschaulichen. Die virtuelle Telefonanlage (IP Centrex) stellt dabei die jüngste Evolutionsstufe dar.

ISDN-TK-Anlage (1. Evolutionsstufe)

Die ISDN-TK-Anlage ist der aktuelle Vertreter herkömmlicher Telefonanlagen. Seit Einführung von Euro-ISDN im Dezember 1993 wurden analoge Telefonanlagen bis zum Ende der 90er Jahre sukzessive durch ISDN-Anlagen ersetzt. Diese sind über ISDN-Anschlüsse mit zwei (S0) oder 30 Kanälen (S2M) an das öffentliche Telefonnetz (PSTN) angeschlossen. Intern können lediglich proprietäre Endgeräte des Anlagenherstellers betrieben werden.

Hybride TK-Anlage (2. Evolutionsstufe)

Mit dem zunehmenden Erfolg der Sprachübertragung über Datennetze haben traditionelle Hersteller begonnen, hybride Telefonanlagen anzubieten, die sowohl die klassische Technik (ISDN) als auch Voice over IP (VoIP) unterstützen. Kritisch zu betrachten ist die weiterhin bestehende Beschränkung auf proprietäre Endgeräte, sollen alle Funktionalitäten der Anlage genutzt werden, und die Abhängigkeit von Herstellern (Vendor Lock-in). Die hybride Telefonanlage verbindet die Herausforderungen moderner VoIP-Technologie mit den Begrenzungen herkömmlicher Telefonanlagen.

IP-TK-Anlage (3. Evolutionsstufe)

Reine IP-TK-Anlagen entsprechen dem SIP-Standard (Session Initiation Protocoll), werden über einen SIP-Trunk mit dem öffentlichen Telefonnetz verbunden und unterstützen grundsätzlich jedes SIP-kompatible Endgerät. In der Praxis treten jedoch häufig Kompatibilitätsprobleme mit SIP-Providern und Endgeräten auf. Gleichzeitig stellt VoIP als Echtzeitapplikation neue Anforderungen an die Datennetze. Kommen Open Source-Lösungen wie z.B. Asterisk zum Einsatz, wird ein hohes Maß an internem Know-how erforderlich.

Virtuelle Telefonanlage / IP Centrex (4. Evolutionsstufe)

Dem allgemeinen Trend der Auslagerung in die Cloud folgend, werden Telefonanlagen zunehmend in ein zentrales Rechenzentrum verlagert. Kaum eine Applikation eignet sich besser für die Cloud als die Telefonie, die standortübergreifend und mobil zur Verfügung stehen soll. Die virtuelle Telefonanlage, auch IP Centrex genannt, vereint die Vorteile moderner IP-TK-Anlagen mit dem Outsourcing an einen professionellen Telekommunikationsanbieter. Dazu zählen Herstellerunabhängigkeit, Skalierbarkeit und Redundanz.

Hosted PBX als Mischform

Hybride TK-Anlagen oder für den lokalen Betrieb konzipierte IP-TK-Anlagen, die in einem zentralen Rechenzentrum betrieben werden, sind Varianten, die häufig als Hosted PBX bezeichnet werden und bei der die Unterscheidungsmerkmale verwischen. Durch die Verlagerung einer solchen TK-Anlage in ein Rechenzentrum wird aus der Hosted PBX jedoch keine virtuelle Telefonanlage, die Grenzen von Herstellerabhängigkeiten, Skalierbarkeit oder Redundanz überwindet.